Alle meine Entchen, wer kennt es nicht. Das obige Notenblatt steht oft dem dem freien Spiel ohne dieses Notenblatt, dem Auswendigspielen, im Weg. Es wird zur liebgewonnenen Krücke, ohne die man keinen Schritt laufen möchte, selbst dann, wenn die Knochen längst wieder heil sind.
Deshalb transformieren wir dieses Notenblatt in dieses visuelle Musik-Merksystem:
und in dieses auditive Musik-Merksystem:
Beide Systeme befreien uns aus der Sklaverei der Notenblätter und ermutigen uns darüberhinaus mit der Melodie, den Harmonien und den Rhythmus-Pattern zu experimentieren - und ganz nebenbei diesen Song und alle weiteren fünf in diesem ersten Band des E-Books auswendigzulernen und auswendig zu spielen.
Wie das funktioniert? Mit wenigen Regeln, die Ihnen das E-Book "Auswendigspielen leicht gemacht" nacheinander vorstellt.
Folgende Songs werden in diesem ersten Band umgesetzt:
1. Alle meine Entchen
2. Happy Birthday
3. We are the Champions
4. Gute Nacht Freunde
5. Sailing
6. Fields of Gold
Ausprobieren! Es winkt das ein und andere Bier - für den Mann am Klavier
Lohnt sich dieser Aufwand überhaupt?
Natürlich ist es mit einer ziemlichen
Arbeit verbunden, Notenblätter in unser Musik-Merksystem
"umzuschreiben".
Es sei denn, Sie überlassen mir weiterhin
diese Arbeit und kaufen die geplanten Folgebände dieses E-Books.
Aber auch wenn Sie Ihre ganz speziellen Lieblingshits mithilfe dieses
Merksystems eigenhändig transformieren wollen, lohnt sich der
Aufwand gleich in mehrfacher Hinsicht.
Ziel ist natürlich, dass wir am Ende
die Taktelemente der verschiedenen Songs schließlich "im Kopf
haben". Ganz spielerisch! Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes:
Auswendiglearning by Doing.
Das heißt, nachdem wir unseren Song in
diese bunten Rechtecke umgewandelt haben, wollen wir nur noch diese
Vorlage nutzen, wenn wir uns ans Klavier setzen, uns die
Ziehharmonika umschnallen oder zur Gitarre greifen.
Durchaus hilfreich ist es dabei, die
Symbole im Kontext des Liedtextes (!) in Bilder, in griffige (!)
Bilder umzuwandeln. So sehe ich beispielsweise bei "We are the
Champions" beim ersten Symbol des Songs Männer die weiß-rote
Fahne schwenken, das Publikum, das damit seine Sieger feiert, jene
Sieger, die im nächsten Symbol auf der violetten Diagonale
aufgereiht sind wie die Gold-, Silber- und Bronze-Medaillisten einer
Olympiade. Im dritten Symbol mit der Textpassage "my friend"
erkenne ich ein Wasserbett, auf dem sich zwei - Schwule (!) rekeln,
der eine vielleicht sogar mit schwarzem Schnauzer, wie Freddy
himself.
Und so weiter und so fort. Sie merken
schon: Solche "süffigen" Geschichten sind nicht jedermanns
Sache. Und wenn ich hier damit fortführe, meine Geschichte dieser
Taktsymbole weiterzuerzählen, liefe ich Gefahr, Ihre eigene
Geschichte, die Sie zweifellos finden werden, kaputt zu machen.
Diese Geschichte - zusätzlich zu den
farbigen Symbole, die auch alle schon mit den jeweiligen Textteilen
des Songs "verankert", verlinkt sind, macht es Ihnen gleich
dreifach leichter, diesen und alle weiteren Songs ganz ohne
Zuhilfenahme Ihres Smartphones aus dem Gedächtnis in Töne
umzuwandeln.
Aber auch bis dahin haben Sie schon
einen unschätzbaren Vorteil von diesem Musik-Merksystem. Denn sowohl
das sklavische Abspielen von Noten als auch das hilflose
Zusammengeklimper von Melodien und Harmonien gehört ab sofort der
Vergangenheit an.
Und mehr noch: Weil dieses Merksystem
im Gegensatz zum Notenblatt einige Freiheiten gewährt, was etwa
Begleitpattern und Stimmführung angeht, nutzt unser Hirn
interessanterweise diese Freiheiten auch, immer mehr Variationen
auszuprobieren und je nach Laune sich für die ein oder andere im
entsprechenden Augenblick zu entscheiden. Was nicht so leicht
passiert, Gott sei Dank, ist, sich schließlich auf eine letztgültige
Version festzulegen, wie das beim Vom-Blatt-spielen und
Vom-Notenblatt-auswendig-lernen der Fall ist.
Zu den "Freiheitsgraden":
- Stimmführung, spiele ich also die Melodie mehrstimmig oder doch einstimmig, lege ich das Dreiklangmaterial in die linke oder zusammen mit der Melodie in die rechte, und
- Begleit-Pattern, spiele ich den Song als Folksong oder in einem bestimmten Tanzrhythmus, kommt dann bald auch der Freiheitsgrad der
- Harmonisierung, denn zu jedem Dreiklang gibt es einen, der ihn ersetzen kann, kann jeder Dreiklang durch zusätzliche Töne verändert werden.
So haben wir zum Beispiel den
Septakkord kennengelernt, der zum Dreiklang die siebte Stufe
hinzuliefert. Aber auch jede weitere "natürliche" Tonstufe
kann als vierter Ton dazukommen, oder gleich mehrere dieser Töne den
Dreiklang zum Vier-, Fünf- oder Sechsklang erweitern.
Wo dabei die Grenze ist, wenn es die
überhaupt gibt, weiß ich nicht. Vielleicht ist die natürliche
Grenze ja am Klavier durch die zehn Finger gegeben – also ein
Zehnklang -, wobei es aber von Mozart wohl ein Stück geben soll, das
unter Zuhilfenahme der Nase des Pianisten zum Elfklang führt.
Egal wie. Mit diesen neuen Harmonien
kann eine Melodie ganz "neu" klingen, aber auch "schräger"
- und manchmal auch zu schräg. Auf jeden Fall erhöht unser
Musik-Merksystem die Wahrscheinlichkeit ganz erheblich, dass wir uns
an solche "Experimente" überhaupt heranwagen.
Auf dem Notenblatt sieht man vor lauter
Bäumen den Wald nicht, will heißen: Die Noten vernebeln dem weniger
begnadeten Musiker die Sicht auf die Strukturen des Musikstückes.
Aber nur wer diese Strukturen kennt, kann sie verändern, kann sie
sinnvoll fortschreiben.
Und genau das gelingt unserem
Musik-Merksystem. Wir werden Wissende, breiten unsere Schwingen aus
und verlassen so viel sicherer und einfacher, als uns dies über
unsere Notenblätter gelingen könnte, den Status eines nur
nachplappernden Lebewesens vom Schlage eines Wellensittichs ;-).

